ZfBA

Zentrum für Bauanalytik e.V.

Schadstofflexikon

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A


ADI

(= Acceptable daily intake (duldbare Tagesdosis)) Wert

Der ADI-Wert bezeichnet die Höchstmenge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht und Tag, die bei lebenslanger Einnahme beim Menschen keine Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorruft.


Aflatoxine

Gruppe von Stoffwechselprodukten bestimmter Schimmelpilze (z.B. Aspergillus flavus), die besonders Nüsse, Mais und Getreidemehle befallen. A. gehören zu den gefährlichsten Pilzgiften und können bösartige Tumore hervorrufen. A. sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze.


Aldehyde und Ketone

sind stark reaktive chemische Verbindungen. Daraus resultiert ihre schleimhautreizende Wirkung. Die gesättigten Aldehyde (außer Formaldehyd) sind toxikologisch relativ unbedenklich, haben allerdings schleimhautreizende Wirkung. In hohen Konzentrationen wirken sie leicht narkotisierend. Aldehyde dienen als Rohstoffe zur Kunststoff- und Kunstharzsynthese, als Desinfektionsmittel, zur Herstellung von Riechstoffen u.v.m. Ketone finden u.a. Verwendung als Ausgangsstoffe für synthetische Produkte in der pharmazeutischen Industrie und in Schädlingsbekämpfungsmitteln.


Aliphatische Kohlenwasserstoffe (=Alkane)

sind häufig verwendete Lösemittel, die z.B. in Farben, Lacken und Klebern, Lacken, Farben enthalten sind und aus diesen ausgasen können.


Allergene

Substanzen, die nach wiederholter Berührung mit der Körperoberfläche oder nach Aufnahme i.d. Organismus allergische Reaktionen hervorrufen können.


Allergie

Überempfindlichkeit durch verstärkte Reaktionsbereitschaft des körpereigenen Abwehrsystems (nach vorausgegangener Sensibilisierung). A. beruhen auf Antigen-Antikörper-Reaktionen.


Aromaten (z.B. Benzol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol)

Die Aromaten gehören mit zu den wichtigsten chemischen Rohstoffen, die z.Z. zu 30% in allen Kunststoffen und zu 70% in allen Synthesefasern vertreten sind. Aromaten ist die Sammelbezeichnung für ringförmige Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff mit charakteristischem, intensiven Geruch. Die gesundheitsgefährdende Wirkung beruht darauf, daß sie Fette leicht lösen; im Körper erfolgt eine Anreicherung in Fett und Nervengewebe. Sie reizen Haut und Schleimhäute und schädigen das zentrale Nervensystem. Aromaten sind enthalten in Lösemitteln, Benzin, Kleber, Tabakrauch, Kfz-Abgasen, Farben und Lacken.


Asbest

besteht aus extrem faserigen silikatischen Mineralien, die aus Silicium, Sauerstoff, Wasserstoff und Metallkationen, wie Natrium, Magnesium, Eisen, Calcium und Natrium zusammengesetzt sind. A. ist beständig gegen Feuer, extreme Hitze, Säure und damit gegen Umwelteinflüsse. Er zeichnet sich zudem durch hohe Zugfestigkeit aus. Aus diesem Grunde wurde er z.B. für feuerfeste Bauteile und für Armierung von Bauplatten eingesetzt. In Form von Feinstaub kann A. bis in die Lungenbläschen gelangen und im Bereich von Lungen sowie Zwerch-, Rippen- und Bauchfell zu schweren Erkrankungen wie Asbestose und Krebs führen.



 

B


Bakterien

einzelliges Kleinstlebewesen, oft krankheitserregend


Bakterizid

Mittel, das Bakterien abtötet. Bakterizide werden häufig in wasserverdünnbaren Holzschutzmitteln und Farben als Konservierungsmittel eingesetzt.


Borsalze

sind in toxikologischer Hinsicht relativ harmlos. Ihre Giftwirkung auf Warmblüter ist äußerst gering. Als Symptome einer übermäßigen Einnahme können Leibschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände, Muskelzittern, Nervenentzündungen, Krämpfe und Schleimhautblutungen auftreten. Bor ist als wichtigen Spurenelement für höhere Pflanzen in Düngemitteln enthalten. Der Mensch nimmt täglich 10-20 mg Bor auf, hauptsächlich aus Obst und Gemüse. Gleichwohl werden Borsäure und Borax in die Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend) eingestuft; es ist eine schädliche Wirkung auf das Grundwasser möglich.


BTX-Aromaten

siehe Aromaten



 

C


Chlorpyrifos

Eine organisches Phosphorsäureester mit insektizider Wirkung.


CKW (Chlorkohlenwasserstoffe)

Sammelbezeichnung für organische chemische Verbindungen, die chemisch gebundenes Chlor enthalten. Einige CKW werden auf Grund besonderer Eigenschaften zu den besonders gefährlichen Umweltgiften gerechnet. Viele der CKW sind biologisch nicht oder schwer abbaubar. Auf Grund ihrer guten Fettlöslichkeit können sie sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern. Viele CKW sind von erheblicher Giftigkeit, einige können krebserzeugend wirken. Chlorkohlenwasserstoffe: werden als Löse- und Reinigungsmittel (z.B. Trichlorethylen, Perchlorethylen), als Weichmacher für Kunststoffe (z.B. Vinylchlorid, Polyvinylchlorid), als Flammschutz- und Holz- und Pflanzenschutzmittel (z.B. Lindan, Pentachlorphenol) usw. verwendet.


Cypermethrin

wird aufgrund seiner Kontakt- und Fraßgiftwirkung gegen eine große Anzahl von Insekten in der Landwirtschaft, im Hygienebereich und im Holzschutz eingesetzt. Cypermethrin ruft Symptome wie Muskelzuckungen und Überschußbewegungen (CS-Syndrom) hervor. Die Symptome ähneln einer Lindan - Vergiftung.



 

D


DDD

Siehe DDE


DDE (Dichlordiphenylethen)

Verunreinigung des seit langem verbotenen DDT mit vergleichbarer Wirkung in bezug auf Toxizität (Lebergift, Nervengift), hat eine hohe Persistenz und damit verbunden hohe Akkumulationsrate in der Umwelt.


DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan)

gilt als breit wirksames nicht-systemisches Insektizid mit langanhaltender Kontakt- u. Fraßgiftwirkung. DDT ist ein Nervengift. In geringen Konzentrationen erzeugt es Übererregbarkeit. Liegen höhere Konzentrationen vor, so kann es zu Lähmungen kommen. Beim Menschen treten nach Aufnahme von ca. 300—500 mg erste Symptome auf (Schweißausbrüche, Parästhesien an Lippen u. Zunge, Kopfschmerzen, Übelkeit), jedoch erst nach Dosen von über 1 g kommt es zu Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Tremor, Krämpfen, Rhythmusstörungen. Metabolismus: Hauptmetabolit des DDT ist DDE, das keine insektizide Wirkung mehr besitzt.

In der BRD gilt das sog. DDT-Gesetz vom 7.8.1972, das in seiner zuletzt am 15.9.1986 zus. mit dem Pflanzenschutzgesetz geänderten Fassung u.a. folgendes besagt: "§ 1 Verbot: (1) Es ist verboten, 1,1,1-Trichlor-2,2-bis(4-chlorphenyl)ethan u. seine Isomeren (DDT) u. Erzeugnisse, die unter Zusatz von DDT als Wirkstoff hergestellt werden (DDT-Zubereitungen), herzustellen, einzuführen, auszuführen, in den Verkehr zu bringen, zu erwerben u. anzuwenden. (2)"


Deltamethrin

Synthetisches Pyrethroid mit insektizider Wirkung (Fraß- und Berührungsgift).


Dichlofluanid

ist der am meisten verwendete Wirkstoff gegen Bläuepilze, er wird auch häufig als Konservierungsmittel in Dispersionsfarben und wasserlöslichen Lacken und Lasuren eingesetzt. Zur Toxizität von Dichlofluanid liegen nur wenig Erkenntnisse vor. In der Gefahrstoffverordnung ist Dichlofluanid als reizend und umweltgefährlich eingestuft. Neueren Untersuchungen zufolge gibt es einige Hinweise auf ein mutagenes und krebserzeugendes Potential von Dichlofluanid. Chronische Schäden bei Einwirkungen von kleinsten Dosen sind bislang nicht untersucht worden. Zu befürchten sind jedoch sensibilisierende Wirkungen und Einfluß auf die Fruchtbarkeit.


Dieldrin

Wirkstoff in Insektenbekämpfungsmittel, dessen Anwendung in Deutschland wegen seiner human- und ökotoxischen Wirkung verboten ist.


Dioxine

sind Verbindungen aus der Gruppe der polychlorierten Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane, die zu den gefährlichsten Umweltgiften gerechnet werden; sie verursachen schwere Haut- und Leberschäden. Dioxine können als Nebenprodukten bei Verbrennungsprozessen und bei der Herstellung und Verarbeitung bestimmter chlorierter Wasserstoffe (z. B. Pflanzenschutzmittel, Holzschutzmittel) entstehen. Dioxine nimmt man vor allem mit (fetthaltiger) Nahrung auf. Eine negative Wirkung auf Immunsystem, Gehirn und Fortpflanzung wird diskutiert.



 

E


Emission

Allgemeine Bezeichnung für in die Umwelt - Luft, Wasser, Boden - abgegebene Stoffe oder andere Einwirkungen als auch für die Abgabevorgänge selbst. E. umfasst damit Luft-, Wasser- und Bodenverunreinigungen, Geräusche, Strahlen, Wärme, Erschütterungen und ähnliche Erscheinungen.


Ester

sind Verbindungen von Alkoholen und Säuren und werden z.B. für Lösemittel, Weichmacher oder als Ausgangsstoff vieler Kunststoffe verwendet. Ester spielen infolge ihres Wohlgeruchs in der Parfümerie eine wichtige Rolle. Ester können die Schleimhäute reizen.


Ether

E.-Dämpfe sind schwerer als Luft und sinken zu Boden, sie bilden mit Luft explosive Gemische. E. werden als Lösemittel, einige als Weichmacher verwendet. E. wirkt stark betäubend.



 

F


Flammschutzmittel

Sammelbezeichnung für solche anorganischen und/oder organischen Verbindungen, die insbesondere Holz- und Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Textilien flammfest (Behinderung der Entzündung und Verbrennung) machen sollen.


Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW)

sind Gase oder Flüssigkeiten von hoher thermischer und chemischer Beständigkeit, die meisten FCKW sind nicht entzündlich. Bis auf wenige Ausnahmen sind die FCKW relativ gering toxisch, jedoch schädigen sie die Ozonschicht in der Stratosphäre. In nahezu allen früheren Anwendungen (Aerosolbereich, zum Schäumen von Kunststoff, im Lösemittelbereich , in Kühlanlagen) sind FCKW bereits ersetzt.


Fogging-Effekt

Phänomen der plötzlichen Schwarzfärbung von Wohnungen durch Staubniederschlag. Der eigentliche Vorgang des Schwarzwerdens entsteht vermutlich durch die Ablagerung des luftgetragenen Feinstaubes auf dem sich bildenden "klebrigen, öligen Film" von schwererflüchtigen Verbindungen auf bestimmten, meist erhöht weichmacherhaltigen Oberflächen. Nach den bisherigen Erkenntnissen können dem auch als "Phänomen der schwarzen Wohnungen" bezeichneten Fogging-Effekt keine eindeutigen Ursachen oder Zusammenhänge zugeordnet werden. Als Erklärungen werden verschiedene Faktoren (vorausgegangene Renovierungsarbeiten, kalte Außenwände mit Wärmebrücken, Dachschrägen, Russquellen in der Wohnung, Russeintrag durch die Außenluft, Teppichböden mit Faserfreisetzung, chemische Teppichreinigung, sonstige raumklimatische und Witterungseinflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Elektrostatik der Luft u.v.a.m.) diskutiert: In entsprechenden Wischproben der schwarzen Ablagerungen finden sich häufig Weichmacher, Paraffine, Fettsäuren, Rückstände von Zigarettenrauch, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe.


Formaldehyd

ist eine weit verbreitete, stechend riechende, gasförmige Verbindung, die in wässriger Lösung als Desinfektionsmittel verwendet wird.

Formaldehyd spielt heute besonders im Zusammenhang mit Holzwerkstoffplatten (überwiegend für Innenausbauten verwendete Spanplatten) eine wichtige Rolle. Alle Holzwerkstoffplatten müssen geleimt werden, wozu immer noch formaldehydharzhaltige Kleber verwendet werden. Je nach Temperatur- und Luftfeuchteverhältnissen emittieren diese Formaldehyd.

Weitere Emissionsquellen von F. im Innenbereich können wärmedämmende formaldehydhaltige Ortschäume, Lacke (z.B. manche Parkettsiegel, Möbel-Lacke), Grobdesinfektionsmittel, Spachtelmassen, Kleber, Isoliermaterialien u.a. sein.

Formaldehyd wirkt stark schleimhautreizend (Atemwege, Augen) und führt darüber hinaus zu unspezifischen funktionellen Störungen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit. Im Tierversuch wirkt Formaldehyd in hohen Konzentrationen krebserregend


Fungizide

sind Wirkstoffe, die Pilze und deren Sporen abtöten. Sie werden z.B. in Lacken, Farben und Tapeten wie auch in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt.



 

H


Hausstaubmilben

sind mikroskopisch kleine Tiere, die in jedem Haushalt vorkommen und deren Ausscheidungen (winzige, eiweißhaltige Kotballen) eine große Rolle bei der Hausstauballergie spielen.


Holzzerstörer (oder holzzerstörende Pilze)

kommen in der Natur als Zersetzer zumeist toter Materie vor. Der wohl bekannteste Holzzerstörer mit großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans); ein weiteres Beispiel ist der Kellerschwamm (Coniophora puteana).


Holzschutzmittel

dienen dem Schutz des Holzes gegen Pilz- und Insektenbefall und werden mit einem lösemittelhaltigen Anstrich auf das Holz aufgetragen. Aufgrund ihrer Flüchtigkeit verdunsten die aufgetragenen Holzschutzmittel im Laufe der Zeit von der Oberfläche des Holzes und gehen in die Raumluft über. Chlororganische Verbindungen, vor allem Lindan und DDT (Hauptwirkstoff im Holzschutzmittel Hylotox) gehören zu den am häufigsten eingesetzten Insektiziden in Holzschutzmitteln. Sie gelten als stark gesundheitsschädlich. Auch Chlorphenole, vor allem Pentachlorphenol (PCP), waren in der Vergangenheit weit verbreitete Holzschutzmittel, von denen heute die gesundheitsschädliche Wirkung (Beeinträchtigung des Zentralen Nervensystems) bekannt ist. Der Einsatz von PCP ist seit 1989 verboten.


Hyphe

Pilzfaden mit einem durchschnittlichen Durchmesser von wenigen Mikrometern und häufigste Wuchsform höherer Pilze. Hyphengeflechte werden als Myzelien bezeichnet.



 

I


Immissionen

sind Umwelteinwirkungen wie Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen, die auf Menschen, Tiere, Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie auf Kultur- und sonstige Sachgüter einwirken.


Insektizide

Bezeichnung für Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, die sich in ihrer Wirkung besonders gegen Insekten und deren Entwicklungsformen richten. Die I. wirken als Atem-, Fraß- oder Kontaktgift. Man unterscheidet zwischen natürlich vorkommenden I. (Pyrethrum, Nikotin) und synthetischen Mitteln, zu denen u.a. die chlorierten Kohlenwasserstoffe (DDT, Lindan) gehören.



 

K


KBE (Kolonie bildende Einheiten)

Organismen (Bakterien, Hefen) oder Teile von diesen (Hyphenbruchstücke von Schimmeln, Sporen), die auf dem geeigneten Nährmedium zu einer Kolonie auswachsen können.


Kohlenwasserstoffe

Chemische Verbindungen des Kohlenstoffs mit Wasserstoff. Man unterscheidet kettenförmige bzw. aliphatische (z.B. Methan, Ethan, Propan, Butan) und ringförmige bzw. zyklische Verbindungen (z. B. Benzol, Phenol). Zu den gefährlichen Stoffen im Sinne des Gewässerschutzes zählen insbesondere die zyklischen und polyzyklischen aromatischen (z.B. Naphthalin, Benzo[a]pyren) sowie die chlorierten und polychlorierten Kohlenwasserstoffe (z.B. PCB, HCH).


Kolonie

Makroskopisch erkennbarer Zellhaufen (Bakterien, Hefen) oder Mycel (Schimmel), der/das aus einem Keim (Zelle, Spore, Hyphenabschnitt) hervorgegangenen ist.



 

L


Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW)

Als Halogenkohlenwasserstoffe werden Kohlenwasserstoffe bezeichnet, bei denen Wasserstoffatome durch Halogene ersetzt sind. Die Halogene sind Elemente wie Fluor, Chlor und Brom, die mit Metallen Salze bilden. Der bekannteste halogenierte Kohlenwasserstoff ist das FCKW; der Anteil anthropogen ausgebrachten FCKW als den Treibhauseffekt mitverursachender Stoff beträgt 17%, zudem ist FCKW der Hauptverursacher des Ozonlochs.


Lindan

(das g -Isomer des Hexachlorcyclohexans (HCH)) ist ein weitverbreitetes Kontaktinsektizid, das in der Vergangenheit in großen Mengen als Pflanzen-, Holz- und Textilschutzmittel gegen Insekten, Milben, Flöhe und Läuse eingesetzt wurde. In den meisten Holzschutzmitteln war es bis zur Mitte der 80er Jahre in einer Konzentration von 0,5 - 2 % enthalten. Für technisches Lindan wurde 1977 ein Anwendungsverbot in der BRD ausgesprochen. Aufgrund seiner hohen Fettlöslichkeit und Stabilität reichert sich Lindan in der Fettkomponente der Nahrungskette an.



 

M


Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert)

der MAK-Wert ist die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich achtstündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden (bei Vierschichtbetrieben 42 Stunden je Woche im Durchschnitt von vier aufeinanderfolgenden Wochen) im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt. In der Regel wird der MAK-Wert als Durchschnittswert über Zeiträume bis zu einem Arbeitstag oder einer Arbeitsschicht integriert. Die aktuellen MAK-Werte, Änderungen und Neuaufnahmen werden jährlich von der Senatskommision zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe herausgegeben und u. a. in der TRGS 900 veröffentlicht.


Mycel (auch Myzel)

Geflecht aus verzweigten Pilzfäden (Hyphen)


Mykotoxine

Vorwiegend von niederen Pilzen ausgeschiedene niedermolekulare, z.T. thermostabile Stoffwechselprodukte unterschiedlicher chemischer Struktur, die für Menschen toxisch sind. Zu den M. zählen auch die krebserregenden Aflatoxine.



 

N


Nitrite

sind Salze der salpetrischen Säure, welche den Sauerstofftransport des Blutes behindern. N. können sich u.U. im Magen-Darm-Trakt des Menschen mit Aminen der Nahrung zu (krebserzeugenden) N.-Nitrosoverbindungen umwandeln.


No-effect-level

ist diejenige Menge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht, die in einem Langzeitfütterungsversuch (90 Tage oder mehr) keine Wirkung auf den Körper ausübt.



 

O


Olefine

Sammelausdruck für einfach ungesättigte Kohlenwasserstoffe. Die einfachsten Olefine (Ethylen, Propylen) werden vorwiegend aus Rohbenzin gewonnen und bilden das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Kunststoffen, Wasch- und Reinigungsmitteln, Lacken und Farbstoffen, Kunstfasern usw.


Organische Lösemittel

sind flüchtige Verbindungen, die andere Stoffe (z.B. Farben, Kleber) lösen oder verdünnen, ohne sie chemisch zu verändern. Meist handelt es sich dabei um Stoffgemische und nicht um Einzelsubstanzen. Die Gemische setzen sich in der Regel aus den Substanzklassen der Aldehyde, Ketone, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole und Ester zusammen. Während und nach der Verwendung von Mitteln (z.B. beim Kleben, Streichen, Lackieren) entweichen diese Stoffe in die Raumluft und werden überwiegend über die Atmung vom menschlichen Organismus aufgenommen.


Ozon

Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen. Noch in einer Verdünnung 1:500.000 deutlich riechbar; zerfällt unter Bildung von Sauerstoff.



 

P


Pentachlorphenol (PCP)

Weiße, nadelförmige Kristalle mit (schwach) stechendem Geruch. Pentachlorphenol (PCP) hat früher als Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Unkraut, Algen, Pilze, Insekten, Holz- und Bautenschutzmittel, in der Textil-, Papier- und Lederindustrie sowie im sanitären Bereich breite Verwendung gefunden. Es ist ein starkes Gift, das bei unsachgemäßer Anwendung u. a. nicht zu behebende Gesundheitsschäden wie Leberzirrhose, Knochenmarkschwund und Nervenschädigungen hervorrufen kann. Allerdings besteht wegen der hohen Persistenz von Pentachlorphenol (PCP) auch bei geringeren Konzentrationen das Risiko von Langzeitwirkungen insbesondere an Leber und Niere. Deshalb unterliegt PCP in der Bundesrepublik Deutschland einem Anwendungsverbot.


Permethrin

(Insektenschutzmittel) ist ein synthetisches Pyrethroid mit insektizider Wirkung (Fraß- und Berührungsgift).


Pestizide

aus dem englischen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für chemische Schädlingsbekämpfungsmittel.


Pflanzenschutzmittel

sind Erzeugnisse und Gegenstände, die Pflanzen und ihr Vermehrungsmaterial vor Krankheiten, Schädlingen usw. schützen. Ihnen gleichgestellt sind Mittel, die an geschlagenem Holz im Wald verwendet werden.


Phenole

sind die Oxidationsprodukte des Benzols und kommen im Teer vor; P. werden vielfältig als Ausgangsstoff in der chemischen Industrie verwendet, z.B. für Farben, Lacke, Insektizide, Arzneimittel. P. sind sehr reaktiv, woraus auch die stark gesundheitsschädliche Wirkung resultiert. P. ist ein Protoplasmagift, wirkt ätzend und anästhesierend, weshalb es als Antiseptikum und Desinfektionsmittel verwendet wurde. Längerdauernde Exposition beeinträchtigt Nervensystem und Haut.


Phthalate

werden als Weichmacher in PVC, Lacken und Farben eingesetzt. Ihre akute Toxizität ist im Allgemeinen gering. Langfristige Einwirkung von sehr hohen Dosen führen allerdings zu Schädigungen an inneren Organen und des Nervensystems.


Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Sammelbezeichnung für eine Stoffgruppe von schwer abbaubaren chlorierten aromatischen Verbindungen. PCB reichern sich in der Nahrungskette an und können zu erheblichen Gesundheits- und Umweltschäden führen: Polychlorierte Biphenyle sind außergewöhnlich stabil und werden im ökologischen Kreislauf nur wenig abgebaut. So erfolgt eine Bioakkumulation am Ende von Nahrungsketten, z.B. im Fettgewebe von Säugetieren und schließlich beim Menschen als Endverbraucher. Besonders die hochchlorierten PCB werden in Leber-, Muskel- und Fettgewebe sowie in der Muttermilch angereichert. Im Brandfall können aus PCB toxische chlorierte Dibenzofurane entstehen. In der Bundesrepublik Deutschland werden seit 1983 keine PCB mehr produziert. PCB sind als Stoffe mit begründeten Verdacht auf krebserzeugendes Potential eingestuft.


Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

ist eine Sammelbezeichnung für aromatische Verbindungen mit mehreren Benzolringen (polyzyklische Ringsysteme). PAK entstehen bei unvollständigen Verbrennungsprozessen, vor allem bei Verbrennung von Holz und anderen fossilen Rohstoffen, außerdem entstehen sie beim Räuchern von Lebensmitteln und Rauchen. Der bekannteste ist das carcinogene Benzo-a-Pyren, es ist z.B. in Autoabgasen, Grillprodukten und im Zigarettenrauch nachgewiesen worden. Tumorbildung entsteht durch chemische Wirkungen beim Stoffwechsel, die die Bildung carcinogener Substanzen bewirken.


Pyrethroide

sind insektizidwirksame, synthetisch hergestellte Stoffe, die wirksamer und langlebiger sind als ihre natürlichen Vorbilder, die Pyrethrine. Zu den hochwirksamen Pyrethroiden zählen Permethrin, Cypermethrin, Deltamethrin und Cyfluthrin. P. greifen das Nervensystem einschließlich des ZNS an und akkumulieren sich im Gehirn.



 

S


Schadstoffe

Darunter sind alle in der Umwelt vorkommenden Stoffe zu verstehen, von denen schädliche Wirkungen auf Lebewesen und Sachgüter ausgehen können und denen der einzelne Mensch unfreiwillig ausgesetzt ist. Man unterscheidet chemische (z.B. Pentachlorphenol, Lindan, DDT, Formaldehyd, PCB, Weichmacher, Lösemittel) und nichtchemische Wohngifte (z.B. Schimmelpilze).


Schimmel

aufgrund unterschiedlicher Auslegungen schwer zu definierender Begriff, Schwerpunkt: oberflächlich wachsende, makroskopisch erkennbare Pilze, die asexuelle Sporen bilden.


Schwermetalle

sind als Spurenelemente für Mensch, Tiere und Pflanzen lebensnotwendig, können aber andererseits toxische Wirkungen hervorrufen, indem sie sich im Körper anreichern und als Enzymgifte wirksam werden. Schwermetallquellen, die durch den Menschen verursacht werden, sind vorrangig Verhüttungs- und Wärmegewinnungsprozesse, Kraftfahrzeuge, schwermetallhaltige Werkstoffe und Chemikalien, durch Korrosion geschädigte technische Bauwerke, sowie Bergbau und Abfalldeponien.


Sporen

Freiwerdende, primär einzellige Vermehrungs- und Verbreitungseinheiten, die zu einem neuen Organismus heranwachsen können.



 

T


TBT (Tributylzinnverbindungen)

sind als Biozid eingesetzte organische Zinnverbindungen. In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Tonnen des Giftstoffes für Schiffsanstriche hergestellt. Das Gift gelangt nahezu vollständig in die Umwelt. Die hochgiftige Chemikalie TBT findet auch in Teppichen, Bekleidung (allem in Sportkleidung aus Kunstfasern) und Holzschutzmitteln Verwendung. Die Schwermetallverbindung steht in dem Verdacht, hormonelle Veränderungen beim Menschen hervorzurufen.


Terpene

sind Kohlenwasserstoffe, die in ätherischen Ölen und natürlichen Harzen enthalten sind. Viele T. werden als Riechstoffe verwendet. Terpentinöl reizt Augen, Schleimhäute und Haut. Es kann auch Allergien (Ekzeme) hervorrufen.


Toxizität

beschreibt die Giftigkeit eines Wirkstoffes oder eines Gemisches. Man unterscheidet akute und chronische Toxizität. Bei akut toxischen Stoffen tritt die Schadwirkung bereits nach kurzzeitiger oder einmaliger Einwirkung ein, chronisch toxische Wirkungen treten erst nach langer Zeit ein.


TRK (Technische RichtKonzentration)

Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem Stand der Technik erreicht werden kann.



 

V


Volatile Organic Compounds (VOC)

Oberbegriff für Stoffe, die organisch gebundenen Kohlenstoff in leichtflüchtiger Form enthalten (flüchtige organische Verbindungen). Zu den VOC zählen viele organische Lösungsmittel. Die LHKW bilden eine Teilmenge der VOC.



 

W


Weichmacher

sind organische Substanzen, die Kunststoffen zugesetzt werden, um deren Flexibilität, Weichheit, Dehnbarkeit u.a. zu verbessern. Daneben finden W. in großer Menge und in vielfältiger Weise auch Verwendung in Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummiartikeln, Klebstoffen und anderen Produkten. Von technischer Bedeutung sind Weichmacher auf Phthalsäureester-Basis, insbesondere Diethylhexylphthalat (DEHP).


Wohngifte

sind Schadstoffe in Innenräumen.

 

Die Übernahme des  Schadstofflexikons erfolgte mit freudlicher Genehmigung des Blei-Instituts

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